Zwischen Vergangenheit und Zukunft liegt das Sein

„Vergangenheit und Zukunft gibt es nicht, es gibt nur eine unendlich kleine Gegenwart, und die ist jetzt.“

(Leo Tolstoi)

Oder anders ausgedrückt, die Vergangenheit ist nicht mehr, die Zukunft ist noch nicht und dazwischen liegt ein schmaler, winziger, ja winzigster Pfad- die Gegenwart. Leben wir in der Gegenwart, im Augenblick, sind wir uns dem Hier und Jetzt bewusst, dann ist die Gegenwart immer da… unendlich.

Da wo sich die Vergangenheit und Zukunft berühren, ist die Gegenwart oder ganz einfach das Sein, das bewusste Sein… Bewusstsein?

Wir leben in einer dualen Welt und immer zwischen zwei Polen, doch was liegt in der Mitte? Da wo sich Gut und Böse, Unschuld und Schuld, Liebe und Hass, Anerkennung und Ablehnung berühren, liegt da die Kraft des Seins, die Magie der Gegenwart und das Bewusstsein. Wie fühlt es sich an, wenn wir diesen Pfad gefunden haben und unseren Weg bewusst und gegenwärtig gehen? Jeden Augenblick bewusst leben, ausbalanciert zwischen den beiden Polen. Es gibt weder Unschuld noch Schuld einfach nur Sein, bewusstes Sein.

Doch in unserer Realität sieht es oft anders aus. Gehetzt und ausserhalb unserer Mitte jagen wir durch das Leben. Wir schwappen mal auf die eine Seite und dann wieder auf die andere Seite. Oft blicken wir zum Gegenpol und wünschen uns mehr dort zu sein. Wie oft aber, wünschen wir uns in der Mitte zu sein? Kennen wir die Mitte?

Wir fühlen uns vom einen oder anderen Pol angezogen, ich denke, es hat damit zu tun, dass diese für uns wirklich sind, wir können sie benennen, begreifen und somit werden sie für uns handhabbar. Das Bewusstsein, die Gegenwart, das Licht oder die Quelle ist nicht definiert. Alles ist möglich – Alles und… Nichts! Dunkel Magenta und Klar. Nicht fassbar. Wir haben gelernt mit Gut und Böse zu leben, uns schuldig zu fühlen oder etwas/jemanden zu entschuldigen. Nicht aber das einfache Sein.

Ich erinnere mich an meine Reisen durch Südafrika. An das Land vom Kap der Guten Hoffnung. Lehrbücher, Reiseführer sind sich einig, das ist der südlichste Punkt des afrikanischen Kontinents. Touristen bevölkern täglich diesen wunderschönen und weltberühmten Ort, da wo sich die Ozeane treffen. Selbst der Name lässt Hoffnung schöpfen. Wen kümmert es schon, dass es in Wirklichkeit nicht der südlichste Punkt ist und sich da die Ozeane nicht treffen? Die Wenigsten. Das Kap der guten Hoffnung hat seinen Ruf, seinen Platz und man kann sich etwas darunter vorstellen.

Möchte man aber wirklich den südlichsten Stein Afrikas betreten und die Magie des Zusammentreffens von Atlantik und Indik spüren, dann fährt man noch ein gutes Stück weiter zum Kap Agulhas. Unspektakulär, natürlich und echt präsentiert sich der magische Ort. Inspirierend einfach nur durch das schlichte Vorhandensein. Unberührt und unbeachtet, nur wenige Touristen machen sich die Mühe, Kap Agulhas zu besuchen. „Kap der Nadeln“ lässt mich daran denken, wie klein und winzig eine Nadel ist oder die Nadel im Heuhaufen. Die Ozeane „heiraten“ an einer winzigen Stelle, am Nadelkap und verbinden zwei riesige Meere auf einer schmalen Linie. Da wo Vergangenheit und Zukunft sich berühren, wo Gutes und Böses zusammentreffen und die Weltmeere sich verbinden, da ist die Gegenwart, die Einfachheit des Seins, das Bewusst-Sein.

Ich genoss die Einzigartigkeit und Mystik dieses Ortes, ich genoss die Kraft und den Moment, in der Mitte zu sein. Einfach nur bewusst da zu sein.
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Oft betrachte ich einzelneAura-Soma Equilibrium Flaschen und bin immer wieder fasziniert, wie oben und unten zusammentreffen, sich vermischen und wieder teilen. Was liegt wohl da, wo die obere und untere Fraktion zusammentreffen?